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J. Cole

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In einer Epoche, in der uns mehr Rap-Emporkömmlinge als "Next Big Things" untergejubelt werden sollten, als einem mitunter lieb ist, liest sich die Geschichte des 24-jährigen J. Cole wie eine erfrischende Ausnahme zur Genre-typischen Von-hull-auf-hundert-Erfolgsgeschichte. Der als Jermaine Cole in North Carolina geborene Rapper ist das erste Signing auf dem Label von HipHop-Legende Jay-Z, Roc Nation, und bereits ein flüchtiger Blick auf seinen bisherigen Lebenslauf zeigt, wie sich die Herangehensweise des jüngen Künstlers an die eigene Karriereplanung von der seiner Altersgenossen unterscheidet. So arbeitete Cole nicht nur seit seinem zwölften Lebensjahr an seinen Fähigkeiten als Texter und verinnertlichte die für ihn relevanten inhaltlichen Aspekte seiner Jugendkultur, sondern studierte auch die strategischen Karriere-Schritte seiner musikalischen Vorväter. Seinen Abschluss an der St. John University absolvierte er mit der Bestnote.

 

Auch wenn die Adelung durch Jay-Z für seine Skeptiker zunächst ein ziemlicher Schock war, so verflüchtigten sich die Zweifel doch sehr zügig angesichts J. Coles exzellentem Mixtape "The Warm Up" sowie seiner Gast-Strophe auf dem Jay-Z-Track "A Star Is Born" vom Album "The Blueprint 3". Ausgestattet mit einer souligen und ausdrucksstarken Stimme thematisiert J. Cole all jene Themen, die er während seiner Kindheit und Jugend erlebte, bis hin zur Armut und Hoffnungslosigkeit, die seine Community belastet. Auf dem Mixtape zeigt J. Cole nicht nur seine Fähigkeiten als Rapper, sondern präsentiert sich als Künstler und Mensch. Auf erfrischend ehrliche Art und Weise befasst er sich mit all den Aspekten und Komplexitäten des menschlichen Daseins, zeigt Widersprüche auf und legt eine entwaffnende Selbsterkenntnis an den Tag. "Alles, was in meinem Leben geschieht, hat Einfluss auf mich", erklärt J. Cole, "Familienprobleme, Beziehungen, Freunde. Ich greife auch Dinge auf, die ich im Leben der Menschen beobachte, die mich umgeben. Ich will nicht nur meine Geschichte erzählen. Ich würde mir ja einen Bärendienst erweisen, wenn ich nur aus meinem Leben erzählen würde - ich möchte, dass auch andere etwas mit meinen Texten anfangen können. Ich versuche, Dinge zu finden, mit denen sich auch andere Menschen - auf welche Art und Weise auch immer - identifizieren können."

 

Von den musikalischen Helden seiner Kindheit und Jugend übernahm er die Liebe zum mitreissenden Storytelling, das mit großer innerer Stärke vorgetragen wird. Im Alter von fünfzehn Jahren war J. Cole soweit, seine eigenen Texte zu verfassen und schon bald sammelten sich im Hause Cole stapelweise Notizbücher mit Reimen und Beobachtungen. Da er keinen DJ hatte, der ihn mit Beats versorgte, begann J. Cole schon bald, seine eigenen Rhythmen zu bauen, mit Hilfe einer Drum Machine, die ihm seine Mutter geschenkt hatte. Seit jener Zeit schreibt und produziert er pausenlos neue Tracks.

 

Nun will J. Cole in die Fußstapfen der ganz Großen treten. Seine gesamte Energie will der Mittzwanziger dabei dafür einsetzen, um "ein HipHop-Album zu machen, das das Zeug zum Klassiker hat und das man sich auch in den kommenden Jahrzehnten noch anhören kann". Angesichts seiner Geschichte und seines Ausnahmetalent ist dies möglicherweise kein allzu unrealistisches Vorhaben.

 

 

J. Cole im Internet