Im musikalischen Teil der bisherigen Lebensgeschichte der aus Georgia stammenden Künstlerin finden sich zahlreiche Musikbiz-Rekorde. Für zahllose Musiker ist das Ziel, bereits als Teenager an der Spitze der Charts zu stehen, völlig unerreichbar – doch wir sprechen hier von Monica. „Es war das perfekte Leben für mich“, sagt sie heute, „ich würde nicht behaupten wollen, dass jedes Mädchen im Alter von 12, 14 oder 16 Jahren damit klar gekommen wäre, aber ich hatte damit kein Problem. Letzten Ende prägte und formte es meinen Charakter, so wie er heute ist.“ Mit „Don’t Take It Personal (Just One of Dem Days)” und „Before You Walk Out Of My Life“ war Monica die jüngste Sängerin, die jemals zwei aufeinander folgende Hits in den Billboard R&B-Charts hatte – beide von ihrem 1995er-Debütalbum „Miss Thang“. Ihr zweites Album „The Boy Is Mine“ brachte ihr 1998 weltweiten Chart-Erfolg. Die gleichnamige Single im Duett mit Brandy, die von Rodney Jerkins produziert wurde, stand unglaubliche dreizehn Wochen an der Spitze der US Charts und wurde mit einem Grammy ausgezeichnet. Der Preis machte sich bestens in Monicas Sammlung, die bereits American Music, Soul Train und Billboard Awards enthielt. „Ich war sechzehn und alles, was ich mir jemals erträumt hatte, lag direkt vor mir.“ Das Album brachte zwei weitere Nummer-Eins-Hits hervor („The First Night“ und „Angel Of Mine“) und machten Monica zu der Stimme ihrer Generation. 2003 setzte sie ihre Erfolgsserie mit dem dritten Album „After The Storm“ fort, das die US Charts auf Platz eins enterte und ihr mit „So Gone“ den sechsten Nummer-Eins-Hit bescherte. Das Follow-Up-Album „The Makings Of Me“ setzte sich sofort nach Veröffentlichung im Jahre 2006 an die Spitze der Billboard Top R&B/Hip-Hop Albumcharts.
Auch nach vier Jahren Pause ist Monica noch immer ein ziemlich junges Thang – und bereit für alles, was das Leben so zu bieten hat. Die Lektionen, die sie während ihrer Auszeit zu lernen hatte, verstärkten dabei nur noch ihren Wunsch, wieder musikalisch aktiv zu werden, verdeutlichten ihr allerdings auch die Wichtigkeit, immer mit einer positiven Einstellungen an die Dinge heran zu gehen. „Während der Pause wurde mir bewusst, dass je positiver meine Einstellung war, desto besser klappte alles.“ Mit dieser Einstellung und nach zügigen Verhandlungen arbeitete sie mit dem Sender Black Entertainment Television (BET) zusammen, der Monica zwölf Wochen lang begleitete und ihren Fans einen recht intimen Einblick in ihr Leben während der Vorbereitung auf ihr neues Album gewährte. Mit dabei waren auch jene Personen, um die sich in Monicas Leben so ziemlich alles dreht: ihre zwei Söhne Ramone (Lil Rocko) und Romello, ihre Cousine und Managerin Melinda, ihr Mutter Marylin und der Produzent des Albums, Bryan-Michael Cox. Titel der Sendung: „Monica: Still Standing“.
„Ich wollte den Menschen ein klares Bild davon geben, warum ich manche Dinge so mache, wie ich sie mache“, erklärt sie, „die Show bot mir die Chance, die ganze Zeit ich selbst zu sein. Dadurch haben die Menschen jetzt keine unrealistischen Erwartungen mehr, denn sie kennen mich ja bereits.“ Das Album „Still Standing“ bezeichnet Monica als ein Schlüsselerlebnis. „Bei den Aufnahmen kam es mir so vor, als würde ich das alles zum ersten Mal machen“, erinnert sie sich, „denn zum ersten Mal habe ich nicht darüber nachgedacht, welche Musik so im Radio läuft. Auf dem Album zeige ich, wer ich heute bin.“
Vom Augenblick, in dem man „Play“ drückt, bringen Songwriter Adonis und Produzent Bryan-Michael Cox auf „Still Standing“ Monicas Zuversicht musikalisch punktgenau zum Ausdruck. Man nehme z.B. den Titeltrack des Albums an, auf dem auch ihr Cousin Ludacris zu hören ist.
Ähnlich emotional ist auch „Believing In Me“, das von Stargate produziert wurde und das von Monicas Überlebensinstinkt handelt. „Manchmal muss man verstehen, dass die innere Stärke die einzige Stärke ist, die man braucht und manchmal müssen erst einige Dinge passieren, bis sie zum Vorschein kommt.“
Die erste Single des Album „Everything To Me“ vereint Monica mit Produzentin Missy Elliott, auch die Sängerin und Songwriterin Jazmine Sullivan ist mit von der Partie. Der Song enthält ein Sample des R&B-Klassikers „Silly“ von Deniece Williams und zeigt Monica von ihrer verletzlicheren Seite. „Als ich es hörte und über alles nachdachte, was mich aktuell umgibt, wurde mir klar, dass sie eine Sache gemeinsam haben: Liebe“, sagt sie. Auch der Dance-Track „If You Were My Man“ stammt von Missy. „Das ist der Song, der meinem Charakter am meisten entspricht“, erklärt Monica, „ich wollte die Geschichte einmal umkehren: die Frau zieht hinaus in die Welt und macht ihr Ding und der Mann steht 100% hinter ihr. Denn normalerweise ist es ja genau anders herum.“
Monica war schon immer sehr direkt, sowohl in persönlichen als auch beruflichen Dingen. Das von Ne-Yo produzierte „Stay Or Go“ ist von simpler Natur. Die Botschaft: „Wenn du mich nicht korrekt behandelst, dann gibt es immer noch eine andere Option.“ Durch Ne-Yos Händchen für radiofreundliche Produktionen bleibt die Musik trotz der deutlichen Ansage im Text stets poppig, leicht und eingängig. „Er wollte einen Song produzieren, der meinem Charakter entspricht und orientierte sich dabei an meinen alten Sachen, wie ich damals gesungen haben: frech und dennoch unmissverständlich.“
Der besinnlichen Song „Mirror“ wurde von Jim Jonsin produziert. „Jedes Wort in diesem Lied ist etwas, dass man sich selbst sagt“, erklärt Monica, „und ‚Mirror’ sagt, ich bin jetzt an dem Punkt angelangt, an dem ich sagen kann: ich bin gut darin, ich selbst zu sein.“
„Das ist mein Jam“, sagt Monica über das von Jermaine Dupri und Bryan Michael Cox produzierte „Love All Over Me“. Der hymnische Slowie handelt, so Monica, „einzig und allein von der Liebe, bei der sich alles richtig anfühlt.“ Auch die Entstehung des Songs erfolgte sehr organisch und spiegelt damit die grenzenlose Liebe des Songthemas wider.
Doch nicht nur Monicas Persönlichkeit ist auf „Still Standing“ zu erkennen, auch die von Cox - wie z.B. in dem Song „Superman“, den er schrieb und produzierte. „Ich denke, er hat den Song geschrieben, weil er genau das für jemanden sein will“, sagt Monica, „und ich bewundere das. Wenn ein Mann einen solchen Text schreibt und darüber spricht, ein solcher Mensch sein zu wollen, dann bedeutet das viel.“
Als Gesamtwerk ist „Still Standing“ das Dokument eines faszinierenden introspektiven Prozesses der Präzision, der Zielsetzung und des Loslassens. „Was ich mit dem Album zu Ausdruck bringen wollte, war, dass ich die eine Sache, die mich von Anfang an mit den Menschen verbunden hat, nicht verloren habe: meine Stimme. Ich war nie ein Fan von Gesangstraining, ich habe einfach so lange gesungen, bis es richtig war. Der natürliche, ungeschliffene Charakter meiner Stimme ist es, der die Menschen anspricht. Das ist mein Talent und ich habe gelernt, gut darauf acht zu geben.“
Doch es gibt auch ein Leben abseits der Musik: Inspiriert von Kimora Lee Simmons’ Arbeit versucht sich die zweifache Mutter im Entwerfen von Kinderbekleidung. Der Name der Kollektion: „Regions Of Rock“. „Bekleidung sollte universell sein, d.h. egal, aus welcher Region du kommst, du solltest mit diesen Sachen rocken können“, erklärt sie. „Außerdem enthält der Name zwei ‚R’ und steht damit auch für meine beiden Söhne Rodney und Romello.“ Derzeit ist die Kollektion noch in der Testphase.
Während sich Monica auf die Zukunft vorbereitet, hat sie sich mit ihrer Vergangenheit und ihren Entscheidungen versöhnt, und sie ist sehr zufrieden damit, wo sie derzeit steht. „Das Gestern kommt einem in die Quere, wenn man sich auf Morgen und die Dinge, die man erreichen möchte, fokussieren will.“ Ihre Lebensrealität ist durch ihren persönlichen Frieden geprägt. „Ich bin erfolgreich durch alles, was ich bin und alles, was ich nicht bin. Ich denke, ich bin jetzt erfolgreich, weil ich mit meinem Leben, meiner Familie und meinen Kindern glücklich bin und mit der Richtung, in die meine Karriere geht. Und ich bin happy mit den Dingen, die ich zuvor erreicht habe.“ Für die Zukunft wünscht sie sich ein Leben erfüllt von „Stärke, Positivität, Ehrgeiz, Liebe, Gleichberechtigung der Geschlechter und Selbstlosigkeit“.







